Reisetagebuch

22 January 2010

gleich rechts die kueche, dann der ofen, der aus einem jules vernes buch zu kommen scheint, dann, hinter dem hoelzernen paravan, das badezimmer, ein badezuber mit wasser und eine kleine badewanne..., dann da hinten, da wo die vielen decken haengen, ist der durchgang zur kleinen yurte. es ist ein bisschen wie in einem maerchen hier...

wenn ich aus der tür trete, sind da berge und wälder, und es ist so still; ich höre vögel zwitschern und den wind durch die bäume streichen, von fern manchmal einen bellenden hund, eine motorsäge oder ein auto und sonst nichts, nur stille. es ist so friedlich, wenn die zeit stillsteht, der moment aufplatzt und allen raum einnimmt, von diesem südlichen licht durchflutet.

06:24:49 - ulrika -

07 January 2010

angekommen im winterquartier oder warum es gut ist, immermal wieder auf komfort zu verzichten

es dauert ein paar tage, genauer gesagt ein paar sich nach wegrennen anfuehlende erste stunden und ein paar tage, in denen ich zwischen zweifeln und zuversicht schwanke. ein paar tage hinundhergerissenheit, irgendwo zwischen enthusiasmus und verzweiflung, bis die gedanken in meinem kopf sich beruhigen und das, was eben noch als unmoeglich beurteilt und gefuerchtet war, sich als moeglich und ganz harmlos herausstellt.
es muss nicht zwingend 20 grad zimmertemperatur in der grossen wohnyurte haben, damit ich mich wohl fuehle. in der kleinen schlafyurte ist es in einem grossen federbett tatsaechlich absolut wohlig und heiss, obwohl ich diese yurte ueberhaupt nicht beheize, und sie aussentemperatur hat. erst dachte ich, das koennte ich gar nicht, in einem solchen kuehlschrank schlafen, aber es ist voellig unproblematisch, und zeigt mir somit, wie komfort mich eingefangen, weich gemacht und eingeschlaefert hat. es ist schoen komfort zu geniessen, (und geniesst es wirklich! ...die heisse dusche am morgen...) aber ich moechte so wenig wie moeglich von komfort abhaengig leben. deswegen sind diese uebungen gut, die den bereich in dem ich komfortable und entspannt leben kann (null grad schlafzimmertemperatur), ausdehnen.

....trotzdem... es ist nicht leicht und der moment, in dem ich im vom holzofen erhitzten badewannenwasser sitze, ist ein wirklich grandioser augenblick. so nah der natur, mit kalter luft, trockenem, gefrorenem gras, steinen, holz, wird alles einfacher und immer kostbarer.


ein paar abenddaemmerungsbilder der yurten und der aussicht auf die berge hier










laura am rhein in basel ganz frueh am morgen des zweiten reisetages.


09:09:06 - ulrika -